Das Wandern
(Wilhelm Müller)
Das Wandern ist des Müllers Lust,
Das Wandern!
Das muß ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein,
Das Wandern.
Vom Wasser haben wir's gelernt,
Vom Wasser!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
Ist stets auf Wanderschaft bedacht,
Das Wasser.
Das sehn wir auch den Rädern ab,
Den Rädern!
Die gar nicht gerne stille stehn,
Die sich mein Tag nicht müde drehn,
Die Räder.
Die Steine selbst, so schwer sie sind,
Die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn
Und wollen gar noch schneller sein,
Die Steine.
O Wandern, Wandern, meine Lust,
O Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
Laßt mich in Frieden weiterziehn
Und wandern.
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Einladung zu einer Schweizerreise
An Nathanael Schlichtegroll
(August von Platen)
(Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde)
Lang schon auf die Folter spannten
Dich die alten Folianten,
Laß nun diese magre Kost!
Greift man nicht, des Wechsels pflegend,
Den Lukrez beiseite legend,
Gerne nach dem Ariost?
O so fliege, flüchte schnelle,
Weich aus deiner dumpfen Zelle
Hin wo Luft und Duft dich weckt!
Laß uns mit erfrischtem Mute
Wandlen, Freund, vom Muschelhute
Unsre Schläfe leicht bedeckt.
Willst du durch der Freiheit Eden,
Wo die Berge zeugend reden,
Nicht ein froher Pilger gehn?
Dort, wo keine Dränger hausen,
Wo die Ströme freier brausen,
Wo die Lüfte reiner wehn.
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